Presse

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Pressemitteilung 03.08.2022

Scheßlitz: Dr. med. Manfred Schöler geht in den Ruhestand

Dr. med. Manfred Schöler, Facharzt für Innere Medizin und Chefarzt der Inneren Medizin an der Juraklinik Scheßlitz tritt zum 31. Juli 2022 in den Ruhestand. Die Geschäftsführung der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft, Landrat Johann Kalb, Ärztlicher Direktor Michael Zachert, der Betriebsrat und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würdigten in einem feierlichen Rahmen sein langjähriges Wirken sowie sein innovatives Handeln und sein persönliches Engagement an der Juraklinik Scheßlitz.

Dr. Manfred Schoeler - Verabschiedung
Von links: Ärztlicher Direktor Michael Zachert, Landrat Johann Kalb, Chefarzt Dr. med. Manfred Schöler und Geschäftsführer der GKG Udo Kunzmann / Foto: Privat

 

31 Jahre im Unternehmen und über zwei Jahrzehnte Chefarzt der Inneren Medizin
Vor 31 Jahren, am 01. Februar 1991 begann Dr. Schöler seinen Dienst als Oberarzt in der Inneren Medizin im Kreiskrankenhaus Scheßlitz. Noch im gleichen Jahr wurde er ständiger Vertreter des damaligen Chefarztes Dr. Jochen Stumpf. Zu dieser Zeit war das Kreiskrankenhaus in Scheßlitz noch ein Regiebetrieb des Landkreises. Dies änderte sich 1995 mit der Gründung der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH, in die die Krankenhäuser in Scheßlitz und Burgebrach integriert wurden. Am 01. März 2002 übernahm Dr. Schöler die Stelle des Chefarztes für Innere Medizin an der Juraklinik Scheßlitz.

Beste Versorgung ambulant und stationär
In 2010 gründete sich die Gesundheitsnetz Jura eG. Dr. Schöler war und ist einer der drei Architekten und Entwickler dieser Genossenschaft und des späteren Gesundheitsnetzes Region Bamberg eG(GeReBa). Ebenso war er mit viel Engagement beim Aufbau der Bereitschaftspraxis Scheßlitz beteiligt. In seiner Funktion einerseits als Chefarzt der Inneren Medizin, andererseits als Vorstandsmitglied des Gesundheitsnetzes trug er maßgeblich zur Verbesserung der Kommunikation zwischen dem ambulanten und stationären Bereich bei, immer zum Wohle der Patientinnen und Patienten.
Dr. Schöler setzte sich ebenfalls dafür ein, dass die Juraklinik und die Steigerwaldklinik als Lehrkrankenhäuser für Allgemeinmedizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen anerkannt wurden. Als Teilnehmer am sogenannten BeLA–Programm (Beste Landpartie Allgemeinmedizin) können junge Ärzte in der Allgemeinmedizin an den Kliniken ausgebildet werden und sich als Allgemeinmediziner niederlassen.

Aufklärung eine Herzensangelegenheit
Das Aufklären, das Informieren und detaillierte Beratungen waren für Dr. Schöler immer eine Herzensangelegenheit. So hat er die Coronare Herzsportgruppe und Diabetes Schulungen an der Juraklinik initiiert, über Jahre geleitet bzw. selbst referiert. Mit Vorträgen aber auch mit Artikeln klärte Dr. Schöler die hiesige Bevölkerung über wichtige med. Themen auf. Auch als Ausbilder war er für unzählige Assistenzärztinnen und ärzte der Ansprechpartner und Mentor. Des Weiteren bildete er Medizinische Fachangestellte aus und hielt unzählige Inhouse-Schulungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Verabschiedung im feierlichen Rahmen
Eines haben sich Landrat Johann Kalb, Geschäftsführer Udo Kunzmann, Ärztlicher Direktor Michael Zachert und viele Kolleginnen und Kollegen trotz coronabedingter Hygiene- und Abstandsregelungen nicht nehmen lassen, sich von Chefarzt Dr. Manfred Schöler dankbar zu verabschieden.
„Dr. Schöler, Sie haben der Inneren Medizin an der Juraklinik ein Gesicht gegeben, durch Ihr Wirken erhielt die Abteilung einen ausgezeichneten Ruf, weit über die Landkreisgrenzen hinweg, dafür zolle ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank.“ betonte Geschäftsführer Udo Kunzmann in seiner Rede und dankte Dr. Schöler für sein herausragendes Engagement, seine großartigen Leistungen und seinen unermüdlichen Einsatz für zigtausend Patientinnen und Patienten. „Sie richten ihren Blick immer nach vorne, auch jetzt, in eine für Sie neue Zeit. Es freut mich, dass Sie nun ihre langgehegten Pläne endlich verwirklichen können und wünsche Ihnen dafür viel Élan, Freude und Zufriedenheit.“ Ebenfalls dankte Landrat Johann Kalb Herrn Dr. Schöler für die 31 Jahre im Dienste am Patienten und betonte seine ruhige und besonnene Art mit denen er allen Problemen begegnete. „Unglaublich geduldig, akribisch in der Arbeit gepaart mit einem außergewöhnlichem Pflichtbewusstsein.“, beschrieb der Ärztliche Direktor Michael Zachert in seiner Ansprache die besonderen Eigenschaften von Dr. Schöler.

Speziell für die Verabschiedung hat sich die Theatergruppe der Juraklinik wieder zusammen gefunden und spielerisch drei der besten Anekdoten aus der Schaffenszeit des Chefarztes dargestellt. Die acht Darstellerinnen und Darsteller schafften es, ganz im fränkischen Dialekt und zur Freude aller Anwesenden, viele Lacher zu erhalten aber auch Wehmut aufkommen zu lassen. Abschließend sang der Jurachor das Lied „Irische Segenswünsche“ von Markus Pytlik in das alle Anwesenden mit einstimmten. Dazu trug eine ehemalige Mitarbeiterin der Station 3, Innere Medizin ein Gedicht über die vielen Gesichter des Glücks vor.

Thomas Brändlein, stellvertretender Konzernbetriebsrat dankte in seiner Rede Dr. Schöler im Namen des Betriebsrates und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wünschte für den weiteren Lebensabschnitt nur das Beste. Mit einem Zitat von Dieter Bonhoefer, zum Abschluss brachte er, das was alle Anwesenden dachten und fühlten auf den Punkt: „Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung.“

Sichtlich erfreut aber auch tief bewegt über die Worte und Taten dankte Dr. Schöler allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die besondere Zusammenarbeit. Besonders hob er die hervorragende Zusammenarbeit der unterschiedlichen medizinischen Fachbereiche hervor: „So wie bei uns, ist das schon außergewöhnlich.“

Nachfolger
Die Nachfolge von Chefarzt Dr. med. Manfred Schöler wird ab dem 01.01.2023 Herr Wanja Renner, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie antreten. Der erfahrene Experte aus der Region wird mit seinem Ärzteteam in Zukunft die Juraklinik Scheßlitz im Bereich der Gastroenterologie weiter entwickeln.

 

 

Pressemitteilung 01.07.2022

2. Gewinner: Gesundheitsnetz Region Bamberg eG ermöglicht mit "decubitool" digitales Wundkonsil

Bad Homburg (ots) Die Lilly Deutschland Stiftung hat drei regionale Projekte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung mit dem KONKRET-Preis 2022 ausgezeichnet. Die Löwenzahn Hochtaunus gGmbH bekam den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis für ihr Pilotprojekt "Allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV)". Den zweiten Preis mit einem Preisgeld von 5.000 Euro erhielt die Gesundheitsnetz Region Bamberg eG für ihre webbasierte, digitale Wundakte namens "decubitool". Der dritte Preis und 3.000 Euro Preisgeld gingen an das Programm "Durchatmen, trotz COPD" der Gesunder Werra-Meißner-Kreis GmbH. Die drei Gewinner-Projekte ermöglichen in vorbildlicher Weise eine integrierte Gesundheitsversorgung durch den Einsatz digitaler Anwendungen und Vernetzung der medizinischen Leistungserbringer und Patient:innen. Die Preisträger:innen wurden bei der Preisverleihung in Bad Homburg am 30. Juni 2022 bekannt gegeben.

Dr Steinbach und das aktive Team

Alexandra Eichner, Geschäftsführerin der UGHO Unternehmung Gesundheit Hochfranken und selbst Gewinnerin des KONKRET-Preises 2021, hielt die Laudatio für das zweite Gewinnerprojekt, die webbasierte, digitale Wundakte "decubitool" der Gesundheitsnetz Region Bamberg eG. "decubitool" beinhaltet Schnittstellen für Praxisverwaltungssysteme, Kliniken, ambulante Pflegedienste, Pflegeheime, Rettungsdienst, Krankenkassen und Medizinischen Dienst, um mit allen an der Wunde beteiligten Leistungserbringern ein digitales Wundkonsil zu ermöglichen und intersektorale Grenzen durch gemeinsame Dokumentationsstandards zu überwinden. Dadurch sollen der Diagnose- und Therapieprozess beschleunigt sowie eine leitliniengerechte Behandlung einschließlich einer Best-Practice-Datenbank ermöglicht werden. Zudem können dank wundgerechtem und wirtschaftlichem Verband- und Heilmitteleinsatz und Vermeidung von Leerfahrten des Rettungsdienstes Kosten eingespart werden. "Unser Team will die Behandlung chronischer Wunden durch Überwindung intersektoraler Grenzen einfacher und besser machen. Die Auszeichnung mit dem KONKRET-Preis ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich, um unser Ziel, die Gesundheitsversorgung im ländlichen Bereich zu verbessern, noch entschiedener zu verfolgen," sagte Dr. Wolfgang Steinbach, Allgemeinmediziner und Vorstandsvorsitzender der Gesundheitsnetz Region Bamberg eG, bei der Preisübergabe.

 

Pressemitteilung 27.08.2019

Scheßlitz: Das Ärztenetz „Gesundheitsnetz Region Bamberg eG (GeReBa)“ feiert seine offizielle Praxisnetzanerkennung durch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB).

Die Gesundheitsnetz Region Bamberg eG, ein Ärztenetz aus dem Raum Bamberg, wurde von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns als Praxisnetz auf Basisstufe gem. § 87 b Abs. 4 SGB V anerkannt.

„Unsere Bemühungen haben sich gelohnt! Die Gesundheitsnetz Region Bamberg eG ist jetzt offiziell ein anerkanntes Praxisnetz. Hierdurch ergeben sich neue Wege, die Zusammenarbeit innerhalb der Ärzteschaft zu verbessern und damit auch die Versorgung der Patienten zu optimieren.“ verkündet Dr. med. Gerhard Baumüller, Mitglied des Vorstands, stolz.

Das Vorstands-Team der Gesundheitsregion Bamberg e.G.
Von li nach re: Rebecca Hüttner (Netzmanagement), Dr. med. Wolfgang Steinbach (Erster Vorstandsvorsitzender), Dr. med. Thomas Fugmann (Stellv. Vorstandsvorsitzender), Dr. med. Gerhard Baumüller (Mitglied des Vorstandes), Sabine Kramp (Geschäftsführerin)

Das Gesundheitsnetz Region Bamberg ist ein organisatorischer Zusammenschluss von aktuell etwa 40 Arztpraxen aus dem Landkreis, aber auch aus der Stadt Bamberg und der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises mit den Kliniken in Burgebrach und Scheßlitz.

Seit dem Jahr 2012 können sich Ärztenetze durch die KVB als Praxisnetz anerkennen lassen (GKV-Versorgungsstrukturgesetz). Dafür müssen gewisse Strukturen vorhanden sein. So muss z. B. ein ärztlicher Leiter bestimmt werden, es müssen gemeinsame Standards und Behandlungspfade entwickelt und gelebt werden. Zudem muss es sich um ein zusammenhängendes geographisches Gebiet handeln.

 

Näheres zur Gesundheitsnetz Region Bamberg eG:

Die Ärztegenossenschaft „Gesundheitsnetz Jura eG“, mit dem Sitz in Scheßlitz, wurde am 06.07.2010 gegründet. Nach der Fusion mit der Ärztegenossenschaft Steigerwald am 01.01.2018 wurde die Ärztegenossenschaft umbenannt in „Gesundheitsnetz Region Bamberg eG (GeReBa)“.

Das Gesundheitsnetz Region Bamberg bietet Patienten viele Vorteile. Die enge Zusammenarbeit der Mitgliedspraxen führt unter anderem dazu, dass Doppeluntersuchungen vermieden, gemeinsame Qualitätsstandards erarbeitet und Verbesserungen im Bereich der Patientenversorgung erreicht werden können. Weiter ist die Gesundheitsnetz Region Bamberg eG Betreiber zweier Bereitschaftspraxen (Scheßlitz und Burgebrach) und stellt somit, im Rahmen des KVB-Bereitschaftsdienstes, die hausärztliche Notfallversorgung am Abend, am Wochenende sowie an Sonn- und Feiertagen sicher.


Bereitschaftspraxen werden weiter gefördert

Auch in der Bereitschaftspraxis in Scheßlitz atmet man auf. Foto: Ronald Rinklef


Nach langem Bangen und Verhandeln bestätigte das Gesundheitsministerium die gute Nachricht:
Die Förderung für die Bereitschaftspraxen ist für 2018 sicher.


Die frohe Kunde kam in Raten. Zunächst hatte die Kassenärztliche Vereinigung (KVB) auf ihrer Homepage verkündet, dass die im organisierten Bereitschaftsdienst für die beiden letzten Quartale vereinbarte Förderung "bis auf Weiteres" erhalten bleibe. Auf unsere Nachfrage beim bayerischen Gesundheitsministerium verkündet dann Ministerin Melanie Huml (CSU) die Nachricht, die nicht nur in den Bereitschaftspraxen in Bamberg, Burgebrach und Scheßlitz für große Erleichterung sorgen dürfte: "Ich habe mich gefreut, dass sich die Beteiligten auf eine Regelung für das gesamte Jahr 2018 verständigen konnten, um die Bereitschaftsdienstversorgung unter anderem durch Bereitschaftspraxen weiter zu fördern. Und ich bin zuversichtlich, dass es den Selbstverwaltungspartnern auf Basis dieser Einigung gelingen wird, die Finanzierung der Bereitschaftsdienstversorgung auch in Zukunft zu sichern." KVB und Bayerische Krankenhausgesellschaft bleiben jedoch noch zurückhaltend, da die dreiseitigen Verhandlungen, an denen auch die Krankenkassen beteiligt sind, noch nicht beendet seien. Wie Eduard Fuchshuber, Pressesprecher der Krankenhausgesellschaft, mitteilt, "laufen die Gespräche konstruktiv weiter".

Im Herbst hatte ein monatelanges Ringen um die Zuschüsse begonnen, ohne die der Fortbestand der Bereitschaftspraxen gefährdet gewesen wäre. Zur Mitteilung aus dem Gesundheitsministerium sagt Dr. Georg Knoblach, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Bamberg: "Das ist sehr gut." Er ist überzeugt, dass dieser Durchbruch nicht ohne die Berichterstattung auf infranken.de und im Fränkischen Tag sowie das Engagement von Abgeordneten und Kommunalpolitikern hätte erreicht werden können.


Die Bereitschaftspraxis ist Vorbild in der ländlichen Versorgung

Prof. Dr. Andrew Ullmann, MdB und Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Gesundheitsausschuss,
hat die Bereitschaftspraxis Scheßlitz besucht.

Prof. Dr. Andrew Ullmann (MdB und Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Gesundheitsausschusss),
Dr. Manfred Schöler (Chefarzt der Inneren Medizin in der Juraklinik Scheßlitz und Stell. Vorsitzender ehemals Gesundheitsnetz Jura eG), Dr. Wolfgang Steinbach (Allgemeinmediziner und Vorsitzender des ehemals Gesundheitsnetz Jura eG) sowie Stefan Wolf (Bezirks- und Kreisvorsitzender Junge Liberale) (von rechts nach links)

Diese steht erneut vor einem Aus, würden die Pauschalen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), wie angekündigt, am Ende dieses Quartals auslaufen (siehe Infobox). "Weshalb sollten bestehende und funktionierende Strukturen aufgrund zentraler Regelungen aufgelöst werden?", fasste Prof. Andrew Ullmann die derzeitige Lage der Bereitschaftspraxis zusammen.
Dr. Wolfgang Steinbach, Vorsitzender des Gesundheitsnetz Jura eG und Allgemeinmediziner erläutert: "Wir haben eine interne Kalkulation durchgeführt und versuchen unser derzeitiges Kostenbudget um einen Euro zu senken. Aber langfristig können wir damit nicht arbeiten. Dabei versuchen wir die Bereitschaftspraxen vor Ort zu sichern, unter anderem durch eine Fusion mit den Kollegen der Ärztegenossenschaft Steigerwald in Burgebrach zur Kostenreduzierung."

Als Gesundheitspolitiker und Universitätsprofessor für Infektiologie kennt Andrew Ullmann die Problematik. "Zentrale Vorgaben dürfen bereits gut funktionierende, regionale Versorgungsstrukturen nicht zerstören. Die Bereitschaftsdienstreform der Kassenärztlichen Vereinigung mag zwar in unterversorgten Gebieten wichtig und richtig sein, aber sie behandelt alle gleich. Dabei ist Scheßlitz mit einem sektorenübergreifenden Ansatz modern, wirtschaftlich tragfähig, patientenorientiert und vor allem gut für die Zukunft aufgestellt. Regionale, funktionierende Lösungen müssen immer Vorrang vor verpflichtendem Zentralismus haben", positioniert sich der Bundestagsabgeordnete. Mit dem Bezirks- und Kreisvorsitzenden der Jungen Liberalen Stefan Wolf diskutierte er außerdem über Fragen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen. Die Vorstände des Gesundheitsnetzes berichteten, dass Scheßlitz mit einem einheitlichen Patientenverwaltungsprogramm (und der Möglichkeit als niedergelassener Arzt auf das Heimische zuzugreifen) Vorreiter in vielen Bereichen ist. "Viele Kollegen, Vertreter verschiedener Verbände und der Kassenärztlichen Vereinigung haben unsere Praxis besucht und das innovative Konzept für ihre Versorgungsstrukturen vor Ort kopiert. Dennoch steht dieses  erfolgreiche Pilotprojekt nun vor dem Aus“, bilanziert Dr. Wolfgang Steinbach.

Der Stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsnetzes Jura eG und Chefarzt der Inneren Medizin in der Juraklinik Scheßlitz Dr. Manfred Schöler ergänzt: "Wenn die Leistungen der Kassenärztlichen Vereinigung wegfallen, können wir die Praxis nicht mehr finanzieren. Das wäre ein Qualitätsverlust in der Versorgung und die Notfallambulanzen der Krankenhäuser würden aus allen Nähten platzen." Der Chefarzt ist auch sichtlich über die Kommunikation der Kassenärztlichen Vereinigung verärgert: "Es sind nur noch wenige Tage bis das Quartal ausläuft und man lässt uns über das weitere Vorgehen im Ungewissen. Dabei haben wir auch Kündigungsfristen und Verträge einzuhalten." Der Bezirksvorsitzende der Jungen Liberalen Stefan Wolf, welcher den Termin vermittelt hat, äußert sich besorgt. "Ich kenne die Bereitschaftspraxis noch von früher, als mein Vater als Hausarzt tätig war. Darum ist es mir ein besonderes Anliegen bei Problemen vor Ort zu agieren und mein Möglichstes zu tun. Aus diesem Grund habe ich auch im Wahlkampf als Bundestagskandidat das Thema Gesundheitspolitik ins Zentrum gestellt“, erläutert der Psychologieabsolvent.
Prof. Ullmann wird sich auch weiterhin für den Erhalt funktionierender Strukturen einsetzten: "Eine solche Bereitschaftspraxis leistet einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Landarztquoten und höhere Medizinstudentenzahlen sind kein Allheilmittel, sondern der ländliche Raum muss für Ärzte attraktiver werden. Neben Infrastrukturmaßnahmen können solche Bereitschaftsmodelle dabei helfen."

Infobox:
Die Ärztegenossenschaft Gesundheitsnetz Jura eG, welche die Bereitschaftspraxis Scheßlitz betreibt, existiert seit 2009. Derzeit haben sich 46 niedergelassene Hausärzte, Internisten und Klinikärzte dem Verbund angeschlossen. Die etwa 65.000 Bewohner im östlichen Landkreis Bamberg können sich in der Bereitschaftspraxis auch außerhalb der Öffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte behandeln lassen, sowohl von ihren örtlichen Ärzten wie auch von Pool-Ärzten. Die Praxis finanziert sich vor allem durch die Behandlungspauschalen (7,00€/Fall) und die Förderungspauschale der Bereitschaftspraxen von 5,00€/Fall der Kassenärztlichen Vereinigung. Beide Pauschalen drohen zum Ende des Quartals nicht weiter ausgezahlt zu werden.


Interview für die Netzbroschüre des KVB

25. April 2017:


Interview-Netzbroschuere-Dr. Steinbach

Das gesamte Gespräch steht als PDF zum Download bereit!


PROFIL/INTERVIEW MIT DR. STEINBACH


EINE ANLAUFSTELLE IM NOTFALL

FT/Die Einweihung der Bereitschaftspraxis am 12. Januar 2011


Um 16:00 Uhr hat die Bereitschaftspraxis offiziell am Mittwoch, den 12.01.2011 ihre Türen zur Patientenversorgung geöffnet, doch bereits 20 Minuten vorher stand der erste Patient im Anmeldebereich.
Dr. Andreas Beyer aus Stullendorf war an diesem Mittwoch der erste Dienstarzt, der in der neuen Bereitschaftspraxis die Versorgung der Notfallpatienten durchführte. Souverän haben er und die engagierten Mitarbeiterinnen diese Aufgabe gemeistert. Selbst die Anwesenheit eines Reporterteams des fränkischen Tags konnten die medizinische Fachangestellten und den Arzt nicht aus der Ruhe bringen.
Alle Patienten, die in der ersten Betriebswoche in die Bereitschaftspraxis kamen wurden, meist mit nur geringer Wartezeit, behandelt und konnten die Praxis mit einem medizinischen Ratschlag zur baldigen Genesung oder einem Rezept wieder verlassen.
Die frische und freundliche Atmosphäre in den Räumen wird von Patienten wie von Mitarbeitern sehr positiv empfunden, lockert dadurch die Stimmung und mindert die Angst vor Diagnose und Behandlung. So konnten in der ersten Betriebswoche bereits über 150 Notfallpatienten behandelt werden.
Im Frühling werden auch die Bauarbeiten im Außenbereich abgeschlossen sein und, besonders für die gehbehinderte Patienten, sechs Kurzzeitparkplätze direkt an der Bereitschaftspraxis zur Verfügung stehen.


OBERFRANKEN TV - Interview mit Dr. Steinbach zur Eröffnung der Bereitschaftspraxis Schesslitz

Dr. Steinbach


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